Der Münsterplatz

Der Münsterplatz

Der Büchel trägt, wie es in einem Verwaltungsbericht des Landrates Seul heißt, gleichsam als Krone das imposante Quirinusmünster, das unverkennbare, weithin sichtbare Wahrzeichen von Neuss. Eine detaillierte Beschreibung erübrigt sich wohl an dieser Stelle, ist es doch das bekannteste und meist beschriebene Neusser Gebäude (siehe W. Bader).

Zu Füßen des Westturmes liegt der älteste Marktplatz der Stadt: der Münsterplatz. Ursprünglich hieß der Platz Freithof. Es war ein eingefriedeter Bereich, der von der übrigen Stadt getrennt war.

Dieser alte Friedhof lag unmittelbar neben der erzbischöflichen „curia", dem späteren Vogthaus, und bildete wohl in früherer Zeit mit dem heute „Markt" genannten Platz eine Einheit. Diese freie Fläche diente der Stadt zur Abhaltung der verschiedenen Jahr-und Wochenmärkte. Erst als man die Buden und Marktstände der Krämer zu festen Häusern ausbaute, bildeten sich zwei Märkte, wobei der Freithof der Hauptmarkt war.

Da er zum Besitze des Erzbischofs gehörte, erhob dieser für die Benutzung des Platzes Marktzoll und später Standgeld. Der durch die Krämerstraße nun abgeteilte Markt wurde dagegen zur städtischen Gemeinde gerechnet — die Bürgermeister erhoben Standgeld — und diente mit seinem ostwärts und tiefer gelegenen Teil als Fischmarkt.

Auch heute, nachdem das 1878 errichtete Kriegerdenkmal mit seinen militärisch ausgerichteten Baumreihen verschwunden ist, erweckt der Münsterplatz noch den Eindruck eines geschlossenen Platzes, wenn auch wohl nicht mehr in dem starken Maße, wie er früher gewirkt haben muss, als sein Ostende noch durch die Stiftsgebäude begrenzt war (1802 im Zuge der Säkularisation niedergerissen).

Die heutige Stifts- und Vogteigasse, die den Häuserblock zum Büchel einfassen, galten einst als die „Friedhofslöcher", durch welche die zum Tode Verurteilten abgeführt wurden, nach Süden zum Galgenberg vor dem Obertor oder nach Norden zum „Schafott" vor dem Rheintor.

An der Nordseite des Münsterplatzes steht der restaurierte Backsteinbau des ehemaligen Vogthauses, an dessen Namen „zu den drei Königen" ein Steinrelief in der Eingangshalle der Volksbank erinnert. Es wurde vom ersten kurkölnischen Vogt, Johann Horn-Goldschmidt, im Jahre 1597 erbaut und blieb in dessen Familie, bis es der letzte Vogt, Joseph Sibenius, 1810 mit dem dahinter liegenden Baumgarten, der östlich bis zur Bongartsmauer reichte, verkaufte.

Der Name „Bongartsmauer" wurde auf die vorbeiführende Straße übertragen, die die Abtei bis zum Glockhammer begrenzte. Seit dem vergangenen Jahrhundert heißt diese Straße Münsterstraße.

 

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