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Von Neusser Art

Über seine frohe rheinische Art und seine Mundart

Neusser Grenadiere

Das Antlitz der Städte ist wie das Antlitz der Menschen.
Nur der vermag aus den Zügen, Linien und Veränderungen den wahren Charakter einer Stadt zu erkennen, der sich lange mit ihrem Wesen und ihrer Eigenart beschäftigt und sich mit hingebender Liebe in ihre Geschichte und ihre Lebensäußerungen vertieft hat.

Der flüchtige Besucher wird von der besonderen Art der Stadt Neuss und ihrer Bewohner nur schiefe Vorstellungen mitnehmen können, weil hier Wesen und Art nicht leicht greifbar auf der Oberfläche schwimmen, sondern in Geschichte und Volkstum tief verankert sind.

Der Neusser selbst weiß kaum die Eigenart seines Wesens und die Einmaligkeit seines Charakters in Worten wiederzugeben, es genügt ihm ,,Nüsser Platt" zu sprechen und in allen seinen Handlungen


... ,,'ne echte Nüsser" zu sein.

 

Es ist nun einmal so:

Man muss den geschichtlichen Aufbau der Stadt Neuss, ihr Wachsen und Werden im Laufe der Jahrhunderte innerlich erlebt haben, man muss mit den urneusserischen Bewohnern dieser charaktervollen Stadt jahrelang Geschäfte gemacht, Kirmes gefeiert, Altbier getrunken und Mäuzkes verzällt.

Kindtaufen gefeiert und die Toten begraben haben, die guten Neusser und noch bessere Freunde waren, um von der Art dieser Stadt und ihrer Bewohner den lebenskräftigen Hauch zu spüren, der in froher rheinischer Art und treudeutsch die alte grüne Kuppel des Quirinusdornes umweht, und die mit ihrer etwas herben Biederkeit die Kontore und Lagerhäuser der geschäftstüchtigen Stadt wie die Wohnungen und alten Kneipen ihrer deftigen und scherzesfrohen Bewohner durchdringt.

 

Neuss ist eine uralte Stadt

Aber das ist nicht ausschlaggebend für ihren Charakter, denn es gibt viele Städte in Deutschland, die auf eine ebenso alte Geschichte zurückblicken können.

Wesentlich ist, dass in der Gegend der heutigen Stadt Neuss vor 2000 und mehr Jahren rheinfränkische Germanen wohnten, die schon kurz nach Christi Geburt mit römischer Kultur und Sprache, mit christlicher Glaubenslehre und Gesittung bekannt und vertraut wurden.

Hauptstadt des Niederrheines war.

 

Hier in Neuss, an der großen Handels- und Völkerstraße des Rheines, ist uralter Kulturboden.

Kämpfe mit blutsverwandten Batavern) Normannen und Sachsen zogen sich durch die nächsten Jahrhunderte hin und mehrten Kriegskunde, Selbstbewusstsein und Bürgersinn der Stadt, die schon um das Jahr 1200 neben Köln die

 

Die Belagerung

In die Zeit der ersten Blüte der Stadt (1475) fällt ihre Belagerung durch Karl den Kühnen von Burgund, den größten Kriegshelden seiner Zeit.

Dabei ist für Neuss und die Neusser nicht die Tatsache charakteristisch, dass sie von übermächtigen Heerhaufen belagert wurden, sondern dass sich Ratsherren und -knechte, Zunftmeister und Gesellen, Männer und Frauen mit so unerhörter Zähigkeit und so unerschütterlichem Kampfesmut, mit Spießen und Zähnen, mit brennendem Teer und scharfen Äxten, mit einem trotzigen Stolz und einer hartnäckigen Verbissenheit so erfolgreich verteidigt haben, dass seit diesem Jahre die Geschichte der Rheinlande einen anderen Lauf genommen hat.

Und trotz des großen Brandes von 1586, der die Stadt beinahe völlig zerstörte, trotz der blutigen Raufereien mit spanischen, italienischen und anderen Söldnerscharen, trotz der Nöte des Dreißigjährigen Krieges und des wirtschaftlichen Niederganges hat sich die Bevölkerung von Neuss ihren Stolz und ihre Zähigkeit, ihren Bürgersinn und ihren Optimismus bis auf den heutigen Tag bewahrt.

 

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Sein Charakter

 

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