Wissenswertes der ersten 75 Jahre

1823 - Neusser-Bürger-Schützenfest - 1898

Vor 100 Jahren, also im Jahre 1898 feierte der Neusser-Bürgerschützen-Verein die 75. Wiederkehr des Neusser Bürgerschützenfestes. Hierzu wurde eine Festschrift in redaktioneller Verantwortung von Friedrich August Gimmerthal herausgegeben.

Aus dem Blickwinkel von "nur" 75 Jahren ergeben sich sehr interessante Aspekte, aus denen nachfolgend einige beispielhaft geschildert werden.

 

Was tat sich vor 1823 ?

Das Neusser-Bürger-Schützenfest, so beginnt der Redakteur der Festschrift, sei ein Ergebnis des 19. Jahrhunderts. Früher sei nur von der Scheibenschützen-Gesellschaft, in alten Zeiten "St. Sebastianus-Bruderschaft" genannt, nach dem Vogel geschossen worden.

Durch Ratsbeschluss vom 21. Mai 1611 wurde dieser Bruderschaft die Erlaubnis erteilt "Vogelschießrouthen" aufzustellen, um außer nach der Scheibe auch nach dem Vogel schießen zu können. Diese Erlaubnis bestätigte der Hohe Rat am 31. Mai 1664 nochmals.

Das erste öffentliche Preisschießen, wozu auch auswärtige Schützen eingeladen wurden, hielt man mit Erlaubnis des Hohen Rates am 12. August 1619 ab.

Ebenso besuchten aber auch die Neusser Schützen auswärtige "Schützenspiele" z. B. in Köln oder Bonn, wofür sie dann aus dem Stadtsäckel "einige Zehrungskosten" erhielten.

Im Jahre 1664 verordnete der Stadtrat am 06. Juni, dass derjenige, welcher bei den "Schützenspielen" den Vogel abschoss, 2 Kühe frei auf die städtische Wiese führen dürfe und ein Jahr später am 29. Mai 1665 fügte die Stadt der Gesellschaft, d. h. der Scheibenschützen-Gesellschaft den sogenannten Königsmorgen (ca. zwei Morgen Gras an der Kehl vor dem Hessentor liegend) hinzu.

Mit dem Jahre 1795 hörte das Schießen ganz auf, weil nach dem Einmarsch der Franzosen die Bürger ihre sämtlichen Waffen abliefern mussten.

Erst im Jahre 1803 wurde die Scheibenschützen-Gesellschaft durch den Unterpräfekten Franz Jordans wieder ins Leben gerufen und am 22. Mai 1804 erhielt sie einen neuen auf die alte gestützte Schützenordnung mit der Bestätigung aller ihrer Privilegien, welche auch am 3. April 1823 mittels Reskripts von der königlichen Regierung zu Düsseldorf bestätigt wurde.

Im nämlichen Jahr 1823 gründete der Präfekt der Jungesellen-Bruderschaft, Herr Peter Josef Schram, das alljährlich zu feiernde Schützenfest unter dem Namen "Junggesellen-Schützenfest".

Quelle: Neusser Grenadierkorps von 1823

 

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