Chronik Schloss Hülchrath

Schloss Hülchrath

Die Chronik Schloss Hülchrath
Um 850 - 900 Gründung einer befestigten Siedlung in der Erftniederung zum Schutz gegen einfallende Wikinger

1120 Erste schriftliche Erwähnung (Holkerode) „castellum munitissium et Historisches Bildvetutissimum“ (sehr stark befestigte Burg)

1175 Grafen von Hülchrath (Grafen des Gillgaus) ausgestorben


1175 – 1247 Hülchrath im Besitz der Grafen von Sayn im Westerwald

Um 1200 Während des Kampfes um die Reichsherrschaft zwischen Phillip von Schwaben und Otto von Braunschweig schont Phillip nach der Schlacht von Wassenberg auf Bitten der Freunde des Grafen von Sayn dessen Burg Hülchrath.

1247 -1255 Besitz der Grafen von Sponheim i. d. Eifel

1255 Heirat von Adelheid, Tochter des Grafen von Sponheim mit Dietrich VI von Kleve

1275 Tod Dietrich VI – Nachfolge durch Sohn Dietrich Luf I.

1285 Heirat Dietrich Luf I. mit Lisa, Witwe des Grafen Heinrich von Kessel aus Grevenbroich.

1314 Verkauf der Grafschaft durch Dietrich Luf II. an den Kölner Historisches Bild Erzbischof Heinrich von Virneburg zum Preis von 30.000 Pfund Silber.

Durch den Besitz der Grafschaft Hülchrath waren die Kölner Erzbischöfe in der Lage ihren bisher isolierten Besitz durch eine Landbrücke zwischen Köln und Krefeld verbinden zu können.

Bis zur Auflösung des Kurstaates Ende d. 18. Jahrhunderts ließen die Erzbischöfe Hülchrath durch einen Amtmann verwalten.

Die Burganlage wurde im Laufe der Jahrhunderte großzügig ausgebaut und bis in die Renaissancezeit den wehrtechnischen Voraussetzungen der jeweiligen Zeit angepasst.

1499 Vergebliche Belagerung der Anlage durch die Herzöge von Jülich

1583 Konflikt des Erzbischofs Gebhard von Truchseß von Waldburg wegen dessen Übertritt zum protestantischen Glauben und Heirat mit Agnes von Mansfeld.

Belagerung und teilweise Zerstörung der Burganlage durch die Truppen des mit der Wiedereroberung der abgefallenen Kölner Stützpunkte beauftragen Friederich von Sachsen – Lauenburg.

16. - 18. Jahrh. Während der Zeit der Religionskriege und der Inquisition fanden in Hülchrath zahlreiche „Hexenprozesse“ statt, bei denen verleumdete Personen abgeurteilt und hingerichtet wurden.

Aus dieser Zeit stammt der 3 Reim „Wer in Hülchrath geht über die Brück, kommt selten oder nie zurück“.

1583 – 1608 Letzte Ausbauphase:

Verlegung des Vorburgzuganges nach Osten mit gleichzeitiger Neugründung des Ortes Hülchrath in schachbrettförmigem Muster.

Der Ort wurde mit Wall und Graben umgeben und in die Anlagen der Burg einbezogen.

Das Schloss erhielt neben dem Burgfried –richtig: Torturm, da bis 1608 durch ihn der Zugang in das Hochschloss führte- einen gedrungenen Bastionsturm.

Im Innenhof wurde im Westen eine Renaissancearkade mit mächtigen Vollsäulen doppelstöckig erbaut, seitlich begrenzt von einem schlanken, hohen Turm mit abschließender Rundkuppel und Umgang, der vermutlich zur Sternenbeobachtung diente.

Die Front das Pallas erhielt damals einen reichen Schmuck in Renaissanceformen.

1642 Beschießung des Schlosses während des 30-jährigen Krieges.

1687 Besetzung der Burg während des französisch – niederländischen Krieges durch die Soldaten des Fürstbischofs von Osnabrück.

Als Ergebnis des Friedensschlusses musste der Kölner Lehnsherr seine weitreichenden Bastionen und Festungswerke schleifen lassen, somit auch die Burg Hülchrath, wobei die Bürger von Neuss, Hülchrath, Liedberg und Linn Hand- und Spanndienste leisteten.

Das Hochschloss blieb zwar weiterhin bewohnt, doch wurde in seine Erhaltung nichts mehr investiert, so dass es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts langsam zu einer Ruine verfiel. (romantisierende Bilder des Malers F. A. Reuter von 1794)

1794 Das Kurfürstentum Köln wurde zerschlagen.

Der linke Niederrhein wurde französische Republik, später französisches Kaiserreich von Napoleons Gnaden.

1803 Kauf des Schlosses für 4929 Francs durch die Familie v. Pröpper.

Diese bewohnte das Schloss fast 100 Jahre bis zum Aussterben des letzten Familienmitglieds.

1874 Kauf des Schlosses durch Fürst Alfred v. Salm Reifferscheidt Dyck.

1907 Ausbau und Renovierung des Schlosses durch Graf Rudolf von Benningsen.

1930 Besitz der Landesbauernschaft Rheinland.

1937 – 1945 Hülchrath kleine Ordensburg der Nationalsozialisten. Nutzung durch verschiedenen Organisationen – SA, HJ, Reichsarbeitsdienst, BDN usw.

1947 Die Anlage wird Auffanglager für rund 600 Vertriebene aus den Theo Wennmacher ehemaligen deutschen Ostgebieten.

1954 Kauf der Anlage durch die Familie Wennmacher aus Mönchengladbach, in deren Besitz sie sich heute noch befindet. Chronik Schloss Hülchrath


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