Erkundung des Westturmes

Die Erkundung im April 2015





Am 11.April 2015 unternahmen Peter Bunt ein bekannter Neusser Buchautor (Die Baumeister von NUYS) und meine Wenigkeit unter der Führung des Küsters H. Josef Grenzer, eine Erkundung des Westturmes des Quirinus-Münsters.

Während dieser Erkundung konnte H. Grenzer uns manch spannende Geschichte und lustige Anekdoten erzählen.


Erkundung des Westturms Teil 1


Erkundung des Westturms Teil 2


Die Quirinus-Glocke
Die Glocke auf dem Weg nach oben 1920
Letztes Foto zeigt die beiden Männern beim Beiern der Glocken.


1920/Die Glocke auf dem Weg nach oben!


Mit freundlicher Genehmigung von Frau Lieselotte Wienand

Fotografen:

Hermann Fahrenbach
Dietrich Küppers
Axel Nass.
VG L. Wienand




Beiern (Brauch)

Beiern bezeichnet das manuelle Anschlagen von Glocken in örtlich überlieferten, festgelegten Rhythmen. Dies steht im Gegensatz zum herkömmlichen Läuten der Glocke durch Schwingen.

Die Melodien, die mit der Anzahl der vorhandenen Glocken variieren, werden mit Hilfe der Klöppel erzeugt. Dabei werden die Klöppel über Seilzüge per Hand oder Fuß gegen den Schlagring, der dicksten Stelle der Glocke, geschlagen.

Auch andere Schlaghilfen wie Holzhämmer können dabei zum Einsatz kommen.

Bei einer größeren Zahl an Glocken werden auch Hebel benutzt, die als Klaviatur angeordnet sind, solche Carillons sind z. B. in Brügge oder in Ratingen zu sehen.

Das Beiern ist ein jahrhundertealter, besonders im Nordwesten Europas weit verbreiteter Brauch.

In Deutschland wird die Tradition des Beierns vor allem im Rheinland gepflegt. Auch dort, wo der Brauch im Laufe der Jahre eingeschlafen ist, wird er in den letzten Jahren wiederentdeckt.

Kulturgeschichtlich ist das Beiern als Vorläufer des besonders im 17. Jahrhundert in den Niederlanden hochentwickelten Glockenspiels („Beiaard“) anzusehen.


Wortherkunft

Der Ursprung des Wortes „Beiern“ liegt im Alt-Französischen baier, was „Bellen“ oder „Anschlagen“ bedeutet.

Von dort wanderte das Wort über das Flämische bis ins Rheinland.

Die Verwandtschaft stellt auch das englische bell für „Glocke“ dar, während die deutschen Jäger bei ihren Hunden nicht von Bellen, sondern von Läuten reden.

Da beim Beiern ein kurzer Rhythmus oft wiederholt wird, spricht der Rheinländer immer dann, wenn er jemanden ständig ermahnen muss, von Beiern.

Jedes Dorf hat dabei seine eigenen, traditionellen Melodien, die auch durch Beier-Verse begleitet werden, welche oft spöttischen Inhalt haben. Auch die Beier-Männer selbst sind oft Ziel von spöttischen Versen, ist doch beim Beiern nicht selten Alkohol mit im Spiel.


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