Die Geschichte unserer Stadt

1350 Der Schwarze Tod

Zu den schlimmsten Bedrohungen des Menschen im Mittelalter gehörte die Pest (lateinisch = Seuche, Unglück, Verderben).

Allein zwischen 1347 - 1351 starben in Mitteleuropa etwa 25 Millionen Menschen (knapp 2/3 der Gesamtbevölkerung) an dieser Krankheit.

Bis 1670 war die Pest noch eine ständige Bedrohung, die zum Teil jährlich in manchen Regionen auftrat und ganze Landstriche und Gemeinden entvölkerte.

Bereits um 543 war das Rheinland von der Beulenpest betroffen, die von Marseille weiter nach Norden verbreitet wurde.

Der Ursprungsort der Pest lag in Kaffa auf der Krim und verbreitete sich durch Handelsbeziehungen über Italien nach ganz Europa. 1350 wütete der schwarze Tod wieder in der Region des heutigen Ruhrgebietes und forderte zahllose Opfer.

Die Pest wurde als eine Strafe Gottes angesehen.

Im Rheinland und Westfalen versuchten die Einwohner durch Prozessionen die Seuche abzuwenden. Als Hauptschuldige wurden die Juden belastet, gegen die Ausschreitungen begannen. In Dortmund wurden sie aus der Stadt gejagt und in Essen wegen Giftmordes angeklagt.

Die Epidemie forderte 1513 in der Brück- und der Kampstraße in Dortmund etwa 1500 Opfer. Erneut wütete die Pest während des 30jährigen Krieges in der Region. Die Übertragung erfolgte durch hessische Soldaten, die durch Recklinghausen zogen.

Mit 1500 Opfern wurde fast die Hälfte der Bevölkerung hingerafft. Während dieser Zeit breitete sich die Pest auch in Dortmund und Bochum aus.

1635 wurde Hamm erreicht. Um eine weitere Ausbreitung der Pest zu verhindern wurden die Kontrollen an den Stadttoren verschärft. Soldaten und Händler, die besonders betroffene Übertragungsgruppe, wurden daran gehindert die Stadt zu betreten. In Dortmund wurde die Kirmes 1668 aus Sicherheitsgründen außerhalb der Stadt gefeiert.


Weitere Vorsorgemaßnahmen waren:


eine direkte Beerdigung, oft in Massengräbern
Bittprozessionen
Und die tägliche Reinigung von Häusern, die Kranke beherbergt hatten.

Zwei verschiedene Krankheitstypen wurden unterschieden, die Beulenpest und die Lungenpest. Nach einer Inkubationszeit von etwa zwei bis sechs Tagen äußerten sich bei der Beulenpest erste Symptome: Unwohlsein, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Fieber. Daraufhin setzte eine schmerzhafte Schwellung der Lymphknoten ein, die sogenannten Pestbeulen, die eine Größe von einem Ei oder Apfel haben konnten. Schwarzblaue Flecken breiteten sich über den ganzen Körper aus, Haut- und Schleimhautblutungen setzten ein. Krampfanfälle und Koma kennzeichneten das letzte Stadium.

Die Lungenpest stellte sich als noch gravierender aus.

Infizierte starben innerhalb weniger Stunden. Die Übertragung fand durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch statt. Nach ein bis zwei Tagen setzte hohes Fieber, Erbrechen und Schüttelfrost ein. Herz- und Kreislaufversagen führten zum Tod. Eine Heilung war unwahrscheinlich.

Zu den häufigsten Überträgern dieser Seuche gehörte der Pestfloh, ein Blutsauger an Nagetieren. Erst bessere hygienische Verhältnisse, Ausweitung der medizinischen Versorgung und die Ausrottung der Ratten konnte die Pest im 18. Jahrhundert eingedämmt werden.


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