Topographie des Neumarktviertels

Die Geschichte vom alten Neumarkt!


Kennt noch jemand den alten Neumarkt?

Die Grenzen des Sanierungsgebietes "48 Neumarkt" folgen in wesentlichen Teilen der Topographie des mittelalterlichen Neusser Viehmarktviertels. Seit nahezu fünfhundert Jahren verlief die nordöstliche Grenze des befestigten Stadtkerns in etwa parallel zur heutigen Hafenstraße.

Die Lage der Batteriestraße im Osten, die unmittelbar an den Neusser Hafen angrenzt, erstreckt sich entlang dem früheren Verlauf des Rheinarmes, welcher bis zum Bau des
"Rhein-Erft-Hafens" (1835-37) die Anbindung der Stadt an den Rheinstrom gewährleistete, nachdem sich vermutlich ab dem 13. Jh. dessen Flussbett immer weiter von der Ostgrenze des Stadtgebietes entfernt hatte.

Als dem Strom zugewandte Uferstadt lässt auch dem heutigen Neuss in diesem Bereich noch die charakteristische Straßenführung der Uferviertel erkennen. Ausgehend von der Niederstraße, sie bildet heute die westliche Grenze des Sanierungsgebietes, wurden zum Stadtgraben und der Schiffsanlegestelle hinabführende Zufuhrstraßen angelegt.

Neben der Trankgasse und dem Markt in seinem südlichen Bereich zählte hierzu auch der Glockhammer, welcher bis zum letzten Jahrhundert den direkten Zugang zur Hauptanlegestelle des Neusser Hafens darstellte.

Die Straßenführung des Glockhammers erinnert noch heute an die einstige nördliche Begrenzung des geistlichen Zentrums der Stadt mit der Pfalzanlage des Kölner Erzbischofs aus dem II. Jh. sowie an den Verlauf des Immunitätsgrabens, der seit der Wende vom 12. zum 13. Jh. den Bezirk des Quirinusstiftes umschloss. Nach dem Abbruch der Stiftsgebäude zur Zeit der Säkularisation (1802) erfolgte die Neubebauung dieses historischen Straßenzuges.


Damalige Berichterstattung

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Heute begrenzt der Glockhammer das Sanierungsgebiet.
Der ursprüngliche Verlauf der historischen Rheinstraße, im Hochmittelalter war sie eine der Hauptausfallstraßen der Stadt, wurde im Zuge der Sanierungsmaßnahmen in ihrem nördlichen Abschnitt stark verändert. Bis zum Beginn des 19. Jh. erließ sie das Stadtgebiet durch das mächtige Rheintor und führte über Heerdt und Kaiserswerth zum Hellweg, in französischer Zeit über Uerdingen in die Niederlande.

Entsprechend verlief der Verkehrsweg von Düsseldorf nach Jülich über Rheintor, Rheinstraße und Glockhammer.

Das Zentrum des Sanierungsgebietes, der Neumarkt, der als historischer Neusser Viehmarkt bereits gegen Ende des 12. Jh. in den erweiterten Befestigungsring zwischen Niedertor und Rheirifor einbezogen wurde, existiert heute lediglich als Ortsbezeichnung für einen Teil der ursprünglichen Platzfläche, dessen Lage unverändert blieb.

Seine erste urkundliche Erwähnung fand der ehemalige Viehmarkt im Jahre 1211.


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Der "Meerer Hof"


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