Topographie des Neumarktviertels

Die Geschichte vom alten Neumarkt!


Der Ideenwettbewerb

Der städtebauliche Ideenwettbewerb "Neumarkt" Am 01.06.1963 wurde vom Rat der Stadt Neuss der städtebauliche Ideenwettbewerb "Neumarkt" ausgeschrieben, der bundesweit ein bemerkenswertes Echo fand. 59 Architektenbüros forderten die Wettbewerbsunterlagen an.

Grundlage der Ausschreibung waren neben den Wettbewerbsbedingungen auch Maßgaben bezüglich der Anlage von Andienungsstraßen, dem Nachweis von Einstellplätzen sowie einer ausgewogenen Mischung von Wohnen und Gewerbe.

Bis auf einen Teil der Geschäftsbebauung entlang der Niederstraße war eine weitgehende Beseitigung derAltbauten vorgesehen.

Eine Ausnahme bildeten die denkmalwürdige Klosterkirche und schule Marienberg an der Ecke Glockhammer / Rheinstraße, das angrenzende Haus Glockhammer 62, des Weiteren die Häuser Rheinstraße 2 und 16. Ferner galt es, den historischen Stadtmauerzug, der sich entlang der Rückfront der Bebauung der Niederwall und Rheinwallstraße erstreckte, zu erhalten.

Der Verlauf von Glockhammer, Niederstraße, Hafen-und Batteriestraße wurde als bindend vorgegeben, die Lage neu zu planender Erschließungsstraßen innerhalb des vorgesehenen Sanierungsgebietes wurde in das Ermessen des Bewerbers gestellt.

Auf die angestrebte Verkehrsberuhigung der Niederstraße war zu achten.

Besonderes Augenmerk galt dem Maßstab der Neugestaltung.

Er sollte sich an der bestehenden Bebauung der umliegenden Gebiete ausrichten, vor allem am Markt, dem Freithof, insbesondere aber an den Dimensionen des historischen Quirinus-Münsters. Im Hinblick auf den Größenausschnitt des neu zu gestaltenden Sanierungsgebietes mussten die Entwürfe der Bewerber zwei grundlegende Voraussetzungen erfüllen:

Eine Errichtung in Bauabschnitten war ebenso vorzusehen wie die Möglichkeit ungehindert fortschreitender Bodenordnungsmaßnahmen. Bis Ende November 1963 gingen bei der Stadt Neuss 39 Wettbewerbsbeiträge ein, von denen 10 in die engere Wahl gelangten.

Der erste Preis wurde der Architektengemeinschaft Zimmermann, Cornelius und Ingenday aus Köln bzw. Neuss zugesprochen.

Im Urteil des Preisgerichtes lobend hervorgehoben wurde das Feingefühl, mit dem der Preisträger den Maßstab einer "neuen" Altstadtbebauung gefunden habe. Im Innern des Sanierungsgebietes fand es Räume "von intimem Reiz" vor. Gelungen schien ferner die differenzierte Verbindung von Wohn- und Geschäftsbereichen.

"Der Neumarkt lebt [-] in vorzüglicher Weise in der neuen Bebauung fort", wie es weiter hieß.

Auch das Problem der Andienung wurde von den Preisträgern befriedigend gelöst durch die Ausbildung einer tiefer liegenden Andienungs- und Parkfläche. Obgleich im Entwurf das Parkhaus an der richtigen Stelle vorgesehen wurde, stieß dessen Zufahrt von der Batteriestraße her auf Skepsis.

Besondere Anerkennung fand, dass der preisgekrönte Entwurf eine "Bebauung mit ausgesprochen städtischer Wirkung" vorsah.

Dass die Preisrichter daneben auch über städtebauliche Monstrositäten wie etwa den alles überragenden" Wohnturm" des Düsseldorfer Architekten Hellhoth zu urteilen hatten, sei hier nur am Rande erwähnt.


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