Das Neusser Bürger-Schützenfest

Foto: Edwin Matheisen




Das Neusser Bürger-Schützenfest ist das Schützenfest der Stadt Neuss am Rhein. Es wird jährlich am letzten Augustwochenende ausgerichtet.

Mit etwa 7684 (2016) marschierenden Schützen und 1200 Musikern ist es zwar kleiner als das Schützenfest Hannover, gilt aber als das weltweit größte Schützenfest, das von einem einzigen Schützenverein organisiert wird und bei dem keine Gastzüge aus anderen Städten teilnehmen.

Das Schützenfest ist mit seiner Königsparade, den Festzügen, dem Königsschießen sowie etlichen Begleitveranstaltungen ein gesellschaftlicher Höhepunkt in Neuss sowie der näheren und weiteren Umgebung und zieht bis zu einer Million Besucher an. Rekordjahr war das Jahr 2007 mit 1,5 Millionen Besuchern.



Das Regiment

Hatte das Schützenfest im Mittelalter noch einen militärischen Charakter, stehen heute die Traditionspflege und der gesellige Aspekt im Vordergrund. Daher tragen die Schützen Uniformen, zu denen allerdings lediglich Gewehrattrappen gehören.

Das Regiment umfasste 2009 7.769 aktive (neuer Rekord), marschierende Schützen und Musiker. Es wird in mehrere Korps unterteilt, die jeweils eigene Uniformen tragen. Das Schützenfest wird über den Neusser Bürger-Schützen-Verein organisiert, in dem alle Schützen Mitglied sind.

Dem Neusser Bürger-Schützen-Verein steht ein 10 bis 12-köpfiges Komitee vor, zu dem auch der Oberst gehört. Nach außen wird das Schützenfest von einem Schützenkönig repräsentiert, der jedes Jahr durch ein Vogelschießen ermittelt wird. Um die Königswürde kann sich jeder Schütze bewerben, allerdings ist sie mit beträchtlichem finanziellem und zeitlichem Aufwand, auch für die Gattin des Schützenkönigs, verbunden.

Der König gehört nicht dem Komitee an.





Festablauf

Die Eckpfeiler des Schützenfestes sind die Königsparade, die Festzüge und das Königsschießen. Daneben gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Das Schützenfest findet am dem Wochenende des letzten Sonntags im August statt und beginnt Samstags und endet Dienstags.

Die begleitende Kirmes wird bereits Freitags nachmittags eröffnet.

Das Schützenfest beginnt offiziell Samstags um 12.00 Uhr durch das Donnern der Geschütze, dem hissen der Fahnen an dem Gebäuden der Stadt und dem Geläut des Quirinus-Münsters. Um 17:00 Uhr findet auf dem Marktplatz vor dem Rathaus das Totengedenken statt. Unmittelbar danach spielen die Tambourkorps unter den Klängen des "Freut Euch des Lebens" auf und beginnen mit einem Sternmarsch durch die Stadt.

Abends findet dann mit dem Fackelzug der erste Zug statt. Dazu tragen die Schützen Fackeln statt ihrer Gewehrattrappen und einen dunklen Anzug anstelle der Uniform. Einzelne Züge bauen Großfackeln zu Themen ihrer Wahl, die auf Wagen durch die Stadt geschoben werden. Diese Großfackeln sind die Attraktion des Fackelzuges. Es werden etwa 85 - 90 Großfackeln gebaut.

Sonntagvormittags findet die Parade zu Ehren des Schützenkönigs statt, bei der das Regiment auf dem Markt am König und am Komitee vorbeizieht. Nicht selten sind auch hochrangige Ehrengäste anwesend. Es folgen Festzüge der Schützen durch die Stadt, und zwar Sonntagnachmittags, Montagnachmittags und Montagabends, sowie Dienstagnachmittags und Dienstagabends.

Nach dem Festzug am Dienstagnachmittag wird auf der Festwiese der neue Schützenkönig ermittelt. Die Schützen, die sich um die Königswürde bewerben, schießen reihum auf einen Holzklotz (der sog. „Vogel“), der auf einer Stange befestigt ist.

Der Holzklotz ist einfach zu treffen, man braucht aber mit den Kleinkalibergewehren etliche Schüsse, um den Klotz zu zerlegen. Dadurch hängt die Königswürde mehr vom Glück als von den Schießkünsten der Bewerber ab.

Nach dem Königsschießen findet im Festzelt auf der Schützenwiese der offizielle „Große Zapfenstreich“ statt. Er wird in jährlich wechselnder Reihenfolge durch das 1. Neusser Regimentstambourkorps, das Neusser Tambourkorps "In Treue fest" und das Bundes Tambourkorps Novesia 1912 Neuss zusammen mit dem Musikverein Holzheim intoniert.

Das Tambourkorps und die Musikkapelle marschieren dazu mit dem Marsch des Yorck'schen Korps (1813) von Ludwig van Beethoven unter Begleitung des Neusser Sappeurkorps von 1830 in das Festzelt ein.

Abends erfolgt dann ein letzter Festzug (der sog. „Wackelzug“) mit Tanz auf den Straßen durch die Stadt. Teilweise „schmücken“ die Schützen ihre Uniformen oder überlegen sich Einlagen für den Zug. Manche Schützen haben sich schon am Nachmittag Rosen besorgt, die sie beim Abendumzug den am Straßenrand zuschauenden Damen, den „Nüsser Röskes“, überreichen. Als Dank fordern sie von diesen dann einen Tanz, welcher gern gewährt wird.

Am Ende des Zuges steht ein Vorbeimarsch am neuen König.

Gegen 24.00 Uhr findet auf dem Münsterplatz der „Große Zapfenstreich“ des Zuges der Neusser Scheibenschützen-Gesellschaft von 1415 statt. Er ist somit keine offizielle Veranstaltung des Neusser-Bürger Schützenvereins. Jedoch nehmen auch das Komitee, der neue Schützenkönig und einige Züge der Neusser Schützenlust hieran teil.

Das Tambourcorps "Deutschmeister Köln" 1951 Roggendorf/Thenhoven und die Vereinigte Jägerkapelle Straberg 1926 ziehen mit dem Marsch des Yorck'schen Korps (1813) von Ludwig van Beethoven auf.

Als Serenade erklingen der Mussinan-Marsch von Carl Carl und Des Großen Kurfürsten Reitermarsch von Cuno Graf von Moltke. Mit Pechfackeln, Fahnenabordnungen, Kesselpauken, Nationalhymne und dem abschließenden Geläut der Glocken des Quirinusmünsters gilt er für viele als der würdige Abschluss für ein gelungenes Schützenfest.


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Besonderheiten

Auf dem Dach des Neusser Rathauses steht eine Ampel. Diese dient den vielen Schützen zur Orientierung beim Aufmarsch. Diese Ampel war bereits Thema in der Sendung „Genial Daneben“ auf Sat.1. Obwohl das Neusser Regiment mehr als 6851 Schützen hat, steht ihm kein „General“ zu.


Feuerwerk

Alljährlich findet jeden Kirmes Dienstag um 22:30 Uhr das Große Feuerwerk statt.



Fotos: Silke Bröcker


Neuss und sein Schützenfest



Impressionen vom Neusser Bürger-Schützenfest


Weitere Impressionen


Höhnesse




Edelknaben




Fotos: Edwin Matheisen

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