Die Deutschen Biersorten

Wissenswertes rund ums Bier

Dass Bier das beliebteste alkoholische Getränk der Deutschen ist, ist ja hinlänglich bekannt.


Ganze 112 l Bier pro Kopf und Jahr trinken wir Deutschen laut Erhebungen des Brauerbunds.


Spitzenreiter sind wir damit aber nicht, denn die Tschechen schaffen ganze 145 l pro Kopf und Jahr. Auf Platz 3 kommt Österreich mit etwa 108 l pro Kopf und Jahr.

© Fotograf: LBerges / PIXELIO


Die einzelnen Biersorten in der Übersicht

Alkoholarmes Bier
Wird häufig auch "Alkoholfrei" genannt, obwohl nicht alle "alkoholfreien" Marken wirklich solche sind. Die Restmenge an Alkohol darf 0,5 % betragen. Der Alkohol wird nach dem Brauen auf unterschiedliche Arten künstlich entzogen.

Alt
Beim Alt bedeutet der Name nicht, dass das Bier alt, oder gar besonders lange gelagert ist, sondern vielmehr, dass dieses Bier nach "alter" Brautradition hergestellt wird. Alt ist obergärig und dunkel. Es kann, je nach Rezept, hopfenbitter bis malzigsüß sein.

Bock
Im 14. Jahrhundert war Einbeck mit 700 Braustätten das Zentrum der Brauwelt. Es gab allerdings nur 10 Braumeister in der Stadt, die mit Knechten und Braupfannen zwischen den bürgerlichen Haushalten pendelten, denen das Braurecht verliehen war. 1612 wurde der beste der Einbecker Braumeister vom gerade erbauten Münchner Hofbräuhaus abgeworben.

Dieser Braumeister brachte sein Rezept für das "Einbecksche" mit. Aus dem Namen wurde bald "Oan Pockisch", dann "Oan Pock" und schließlich "Bock". Bockbier gibt es dunkel und hell. Siehe auch Doppelbock, Maibock und Eisbock. Bockbiere sind untergärig und recht stark.

Diätpils
Bei dieser besonderen Variante des Pilsener wird der Gärprozess so abgewandelt, dass die Kohlenhydrate möglichst vollständig vergären. Dieses Verfahren macht das Bier kalorienarm, jedoch sehr alkoholhaltig. Der "überhöhte" Alkoholgehalt wird meist wieder entzogen.

Doppelbock
Dunkles Bockbier - mit dunklem Malz gebraut. Siehe Bockbier.

Export
Untergäriges Bier mit malzigem Geschmack. Weniger hopfenherb als Pilsener Biere. Es gibt die Dortmunder Brauart und die Münchner Brauart, wobei letztere neben dem "Export hell" auch das dunkle Export kennt. Die Münchner Brauart ist zwar weniger verbreitet, jedoch malzbetonter und weniger gehopft.

Das dunkle Münchener Export ist die "Mutter“ des Münchener Bieres, auch wenn heute in München meist Helles gebraut und getrunken wird. Häufig tragen Exportbiere auch Bezeichnungen wie Urhell oder Urwürzig.

Kölsch
Kölsch ist nicht nur der Name der Kölner Mundart, sondern auch des Kölner Bieres. Ein Kölsch ist blank, also nicht trüb - hell, also nicht dunkel und obergärig. Kölsch trinkt man aus den sogenannten "Stangen", schmalen zylindrischen 0,2 Liter Gläsern, und es wird im Brauhaus vom "Köbes", dem typischen Kölner Brauhauskellner im Kranz gebracht.

Köln ist weltweit die Stadt mit den meisten Brauereien. Im Stadtgebiet gibt es heute 16 Brauereien. Kölsch darf gemäß der Kölschkonvention nur in einem bestimmten Umfeld um die Stadt Köln herumgebraut werden. Diese Konvention ist sogar vom Kartellamt anerkannt.

Lager
Lagerbier ist das in der Herstellung einfachste und billigste untergärige Vollbier. Die deutsche Bezeichnung "Lager" hat sich jedoch international eingebürgert und steht für Qualität.

Mixbiere
Biermixgetränke erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Zum einen wegen des niedrigeren Alkoholgehaltes, dann aber auch weil viele, besonders jüngere Menschen die Bitterkeit des puren Bieres nicht mögen oder auf der Suche sind nach neuen Geschmackserlebnissen.

Zu Mixbieren zählen etwa Radler und Cola-Bier-Mixe, aber auch Desperados, Mixery oder Bibop.

Pilsener
Pilsener Bier ist nicht nur eine Biersorte, sondern vielmehr eine Brauart, die erstmals im Jahre 1842 unter maßgeblicher Beteiligung des bayrischen Braumeisters Josef Groll im böhmischen Pilsen gebraut wurde. Helles Malz, weiches Wasser, untergärige Hefe und sehr aromatischer Hopfen bilden die Zutaten.

Es hat im Vergleich zu anderen Biersorten einen erhöhten Hopfengehalt und höchstens 12,5 % Stammwürze. Heute ist das Pils das meistgebraute und getrunkene Bier Deutschlands. Pils ist hell und goldfarben. Sehr selten findet man auch Pilsener dunkel, mit dunklem Malz gebraut.

Schwarzbier
Auch Mumme genannt, wurde erstmals 1492 von einem Brauer namens Mumme gebraut. Ähnlich wie das Seefahrtsbier ist Schwarzbier ein Malzextraktbier. Vor allem im Raum Baunschweig wird diese Bierart noch gebraut.

Spezial
Die Spezialbiere sind meist Festbiere, die für bestimmte Anlässe gebraut werden. Solche sind z. B. das Münchner Oktoberfest und die Cannstatter Wasn. Es gibt weiterhin Osterbier und Weihnachtsbier, meist untergärig, stärker als Export, ähnelt diesem jedoch ansonsten sehr.

Weizen
Weizen, auch "Weißbier" genannt, entsteht unter anteiliger Verwendung von Weizenmalz anstelle von Gestenmalz. Weil die Herstellung von Gerstenmalz von den bayrischen Herzögen monopolisiert wurde, um den Preis zu treiben, entstand diese Biersorte. Die gefiltertere und somit klare Variante wird Kristallweizen genannt, die ungefilterte Variante, bei der Hefepartikel im Bier belassen wurden, wird hefetrüb oder Hefeweizen genannt.

Weizen gibt es als besondere Spezialität auch dunkel, also mit dunklem Weizenmalz gebraut. Oft wird das Weizen direkt nach der Hauptgärung in Flaschen abgefüllt.


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