Was ist ein Held?

Was ist ein Held?

Zunächst haben wir versucht, für uns selbst zu klären, was in unseren Augen eigentlich ein Held ist.

Agnes Ciborowski:

Versucht man heutzutage den Begriff des „Helden“ zu definieren, fällt auf, dass seine Bedeutung stark durch die Medien beeinflusst wird. Oftmals wird damit lediglich die Vorstellung eines durch die Luft fliegenden Maskierten mit übernatürlichen Kräften verbunden, dessen Ziel es ist seine Stadt oder die gesamte Menschheit vor Verbrechern und sonstigem Bösen zu schützen.

Auch die Protagonisten in Romanen, Erzählungen, Filmen oder auch Computerspielen werden häufig als Helden bezeichnet.

Bedeutet dies, dass Helden nur in einer fiktiven Welt anzutreffen sind oder gibt es noch andere Definitionen des Begriffes „Helden“, die sich auf die Ebene der Realität übertragen lassen?

Um diese Frage zu beantworten, zog ich mehrere Quellen zu Rate und erfuhr, dass ein Held ursprünglich ein Mann war, der sich durch Tapferkeit und Kampfgewandtheit auszeichnete, wobei es sich insbesondere in germanischen Sagen um berühmte Krieger edler Abkunft handelte.

Der Begriff „Tapferkeit“ erschien mir in dem Zusammenhang logisch, doch der Begriff „Kampfgewandtheit“ warf bei mir die neue Frage auf, ob Heldentum zwangsläufig mit Gewalt in Verbindung steht oder ob es auch Personen gibt, die durch ihre bloße Anwesenheit oder ihren Charakter zum Held werden.

In einer anderen Quelle wurde ein Held allgemein als eine „Person mit besonders herausragenden Fähigkeiten oder Eigenschaften, die sie zu besonders hervorragenden Leistungen, sog. Heldentaten, treibt“ definiert.

Um die Frage nach der Bedeutung des Begriffes des „Helden“ nun beantworten zu können muss die Frage nach den Eigenschaften, die einen Helden grundsätzlich ausmachen, geklärt werden.

Nach längeren Überlegungen bin ich nun zu dem Schluss gekommen, dass für mich persönlich ein Held jemand ist, der ohne zu zögern handelt um damit anderen (ob Tier oder Mensch ist unwesentlich) in einer Notsituation zu helfen oder beizustehen ohne dabei eigennützige Motive zu verfolgen oder an die Folgen für sich selbst zu denken.

Was diesen Menschen von den anderen hervorhebt sind keine übernatürlichen Kräfte, sondern sein Mut und seine Willensstärke, die ihn dazu befähigen außergewöhnliche Taten zu vollbringen.

Doch auch diese Definition ist nicht eindeutig, wie sich am Beispiel Oskar Schindlers darstellen lässt.

Auf der einen Seite war er ein Mitglied der NSDAP, ein Geschäftemacher und ein treuloser Ehemann - Gründe, warum er für viele Menschen kein Held war/ist.

Auf der anderen Seite jedoch hat er während des Zweiten Weltkrieges unter Gefährdung seines eigenen Lebens und mit Hilfe seines privaten Vermögens etwa 1200 Juden vor dem Tod bewahrt.

Dies wiederum sind Faktoren, die für Schindler als Held sprechen, da er selbstlos und mutig handelte, ohne vor den Folgen zurückzuschrecken.

Insgesamt gesehen liegt es also im Auge des Betrachters, wer ein Held ist und wer nicht.

Peter Wibbe:

Was ist ein Held? Diese Frage muss man sich notgedrungen stellen, wenn man am diesjährigen Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten teilnehmen will, der unter dem Thema „Helden – verehrt, verkannt, vergessen“ läuft.

Meiner Meinung nach gibt es keine allgemeingültige Definition von einem Helden. Im Mittelalter waren es heldenhafte Ritter, die siegreich aus Schlachten zurückkehrten, und meist hunderte Ihresgleichen getötet hatten.

Heutzutage sind es maskierte Superhelden, die mit übermenschlichen Kräften ihre ganze Stadt verteidigen.

Das alles sind keine Helden für mich. Ich finde ein Held muss von allen als Held angesehen werden. Das ist jedoch nicht der Fall, wenn die Heldentaten darauf beruhen, Menschen zu töten, denn das macht ihn zwar bei seiner eigenen Nation zu einem Helden, bei der anderen jedoch zu einem verhassten Feind.

Auch widerspricht es dem Gebot der Nächstenliebe. Ein Held darf sich in meinen Augen auch mit seinen Taten nicht rühmen, sollte bescheiden sein.

Ein wahrer Held ist für mich ein Mensch, der die christlichen Werte von Grund auf vertritt.

Der sein eigenes Leben den Hilfsbedürftigen widmet, um das Ihrige zu verbessern. Ein Mensch der das Leben anderer sogar vor sein eigenes stellt z.B. Mütter, die im Krieg ihr Leben gegeben haben um das ihrer Kinder zu beschützen.

Diese Leute sind wahre Helden.

Gabriele Kühl:

Da es sich bei dem diesjährigen Thema des Geschichtswettbewerbes um „Helden“ handelt, ist es notwendig sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen und eine Definition für das „Heldentum“ zu finden.

Was sind Helden? Kann eine verbindliche Definition gefunden werden oder liegt diese eher in der Betrachtung jedes einzelnen Menschen, ist sie also subjektiv?

In der Geschichte wurde der Begriff „Held“ Menschen mit unterschiedlichen Eigenschaften zugeordnet, die uns heutzutage zum Teil als nicht mehr heldenhaft erscheinen oder es eigentlich nie waren.

So ist dies auch unser Thema, denn in verschiednen Ideologien, wie dem Nationalsozialismus, gab es ein anderes Verständnis von Heldentum.

Nun zuerst die Eigenschaften, die ich einem Helden oder einer Heldin zuordnen würde. Es geht für mich nicht um die großen Taten, die die Geschichte verändern. Es können auch alltägliche Situationen sein, in denen Menschen heldenhaft handeln.

So ist es für mich schon heldenhaft, wenn eine Person sich einen Fehler eingesteht, über ihren eigenen Schatten springt und zu sich selbst steht und sich nicht für andere verändert.

Ein Held ist jemand, der das Richtige tut, der ohne zu zögern handelt, wenn alle anderen wissen was zu tun ist, jedoch nichts unternehmen. Es ist heldenhaft selbstlos zu handeln, das Leid anderer Menschen zu vermindern ohne auf eine Belohung zu hoffen.

Es ist heldenhaft anderen zu helfen, jedoch keine Gegenleistung zu erwarten und sich im Hintergrund aufzuhalten, sich nicht aufzuspielen.

Ein Held muss mutig sein, sich für Unterdrückte, Bedürftige, Schwache und Arme einsetzen. Er muss sich aufopfern können. Es geht hierbei jedoch nicht nur um sein Leben, es geht vielmehr darum auch auf alltägliche Dinge zu verzichten, um anderen damit zu helfen.

Ein Held muss willensstark sein, sich durchsetzen können und seiner Angst trotzen können.

Die Definition eines Helden ist abhängig von der Betrachtungsweise jedes einzelnen Menschen, jedoch sind Adjektive wie „mutig“ und „selbstlos“ in den meisten Definitionen zu finden. Man hat ein bestimmtes Bild von Helden, die auch durch die Medien entstehen.

Menschen sehnen sich nach Helden, nach Sicherheit und Schutz. Ein Held steht für diese Eigenschaften.

Wie schon zu Anfang angesprochen sind in der Geschichte viele verschiedene Definitionen von Helden zu finden. So wurde im Nationalsozialismus die Ideologie als Grundlage für die Definition genutzt.

Es war im Nationalsozialismus heldenhaft absoluten Gehorsam zu leiten, in den Krieg für Deutschland zu ziehen und gegen Feine des Regimes, wie Kommunisten, vorzugehen. Helden wurden in der NS-Zeit zum Zwecke der Propaganda genutzt um Vorbilder zu schaffen, damit die Bevölkerung nach diesem Ideal strebt.

Auch in Reuschenberg wurden die Straßen nach sog. Helden des Nationalsozialismus benannt. In Wirklichkeit waren diese Verbrecher, Mörder, die im Sinne der Ideologie handelten.

Es wird also sehr deutlich, dass der Begriff „Held“ im Wandel der Zeiten verschiedenen Definitionen unterlag und dies macht es so interessant sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Jessica Fuchs:

Um unsere Arbeit beginnen zu können, müssen wir uns zuallererst die Frage stellen, was für uns ein Held ist, was ihn auszeichnet und woran man ihn erkennt.

Denkt man heutzutage an Helden, erscheint in den Köpfen der Menschen ein muskelbepackter Mann, der die hübschen Mädchen verführt und fast schon nebenbei das Leben tausender von Menschen rettet oder es ist ein maskierter Mann, der durch die Großstadt fliegt und auf wundersame Weise die Ungerechtigkeiten und Straftaten dieser Stadt löst.

Doch ist genau dieses Bild in unseren Köpfen ein Held?

Oder ist es eher das Bild eines Helden, das uns durch die Medien aufgedrängt wurde?

Man sollte die Bezeichnung „Held“ für einen Menschen verwenden, der aus freiem Willen Menschen Schutz gewährt oder ihnen bedingungslos hilft.

Hierbei werden weder das Aussehen noch perfekte Eigenschaften oder bestimmte Fähigkeiten als Wertung eines Menschen, der als Held bezeichnet wird, genutzt, sondern eher zählt der Wille zu handeln und zu helfen.

Dieser „Held“ muss weder unter persönlichem Risiko noch unter Einschränkungen anderen Menschen helfen. Viel wichtiger ist es, dass ein Mensch das Sozialverhalten zeigt sich anderer Menschen anzunehmen, denn sogar eine gute Freundin oder ein guter Freund kann ein Held sein.

Die körperliche oder geistige Unterstützung eines Menschen einem Anderen gegenüber sollte zur Wertung benutzt werden.

Es muss sich nicht immer die große und aufwendige Rettungsaktion ereignen, sondern auch kleine Taten, wie das Zuhören oder sich mit einem Menschen zu beschäftigen, können zur Bezeichnung als Held führen.

Dieser These nach ist jeder gute Freund, der ehrlich um einen Menschen besorgt ist und ihn auf seinem Weg begleitet ein „Held“.

Katharina Schneider:

Die Körberstiftung hat den Wettbewerb des Bundespräsidenten in diesem Jahr unter das Motto „Helden- verehrt, verkannt, vergessen“ gestellt.

Um diese Fragestellung als roten Faden durch unsere Arbeit zu ziehen, müssen wir zunächst unseren persönlichen Begriff des Helden klären.

Betrachtet man zunächst verschiedene Definitionen unterschiedlicher Lexika, trifft man auf Erklärungen wie „Held, ursprünglich der sich durch Tapferkeit und Kampfgewandtheit auszeichnende Mann, insbesondere in den germanischen Sagen der berühmte Krieger edler Abkunft (..)“ oder „Helden stehen meist in einem Gegensatz zum Schurken oder Feigling (..)“.

Nach Betrachtung dieser Quellen stellte sich uns die Frage, ob man den Begriff des Helden so oberflächlich zusammenfassen kann, oder ob die Bezeichnung eines solchen nicht viel mehr individuell und nicht durch eine spezielle Definition greifbar ist. Um dies zu klären, haben wir uns zusammengesetzt und Ideen gesammelt.

Welches Bild erscheint, wenn man an aktuelle Helden denkt, gibt es Klischee-Helden und müssen sie immer verkleidet sein und durch die Lüfte fliegen, oder reicht es auch, wenn sie „nur“ da sind, wenn man eine helfende Hand braucht? Diese Fragen gilt es zu beantworten.

Denkt man heute an einen Helden, stellt man sich oft einen maskierten Superman oder Spiderman vor, der seine Stadt vor Angst und Schrecken bewart. Meist ein Mann, der sich durch seine Taten auszeichnet, der Ruhm oft alleine durch seine Maskerade verweigert.

Er bleibt anonym, schmückt sich in der Öffentlichkeit nicht mit seinen Heldentaten. Aber diese Art von Helden wurde uns durch das Fernsehen näher gebracht, sind demnach größtenteils Fiktion. Wir suchen aber nach einer Definition eines wirklichen Helden, dessen Geschichte sich ergründen lässt.

Wie sollte dieser Held also sein? Wie man im Verlauf der Geschichte feststellen konnte und auch bereits erwähnt wurde, ist die Bezeichnung eines Helden individuell einsetzbar und „Ansichtssache“. Hitler wurde als Held verehrt, vollbrachte aber niemals Heldentaten.

Krankenschwestern in Euthanasiestätten, die heimlich Leben retteten, brachten ihr eigenes Leben in Gefahr um das anderer zu schützen. Hätte sie ein Nationalsozialist dabei erwischt, hätte dies ihren Tod bedeutet.

Diese Beispiele zeigen vielleicht, wie leicht verschiedene Standpunkte ein Meinungsbild über einen „Helden“ verändern können.

Für uns sollte ein Held einzigartig sein, mit der gewissen Eigenschaft, die ihn von den anderen unterscheidet. Diese Eigenschaft ist Mut, Mut eine Gefahr einzugehen und sich im Äußersten für andere zu opfern, um sie zu schützen oder einfach ein größeres Ziel für andere zu verfolgen.

Dazu benötigt er keinen Umhang und keine Superkräfte, sondern lediglich den Willen, ein Risiko einzugehen, für das es sich lohnt zu kämpfen.

Helden gibt es in den verschiedensten Momenten des Lebens.

Es gibt Helden in Ausnahmesituationen wie genannte Euthanasiefälle während des Weltkrieges, wenn sich ein Einzelner oder eine große Gruppe gegen eine große Institution wenden.

Es gibt zudem aber auch Helden des Alltags, die täglich kleine Wunder vollbringen, indem sie helfen, seien es Feuerwehrmänner oder Krankenpfleger.

Ein Held kann sich, durch Anerkennung seiner Taten und Propaganda, zu einem Mythos entwickelt.

Hierbei wird erneut deutlich, dass ein Held seine Rolle als dieser nicht selbst wählt, sondern als solcher ernannt und verehrt wird.

 

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Propaganda im Dritten Reich

 

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