Grundschule Reuchenberg

Die Grundschule in Reuschenberg

Im Jahre 1938 wurde in Reuschenberg erstmal ein größeres Bauprojekt in Angriff genommen. Mit der Volksschule Reuschenberg wurde ein Gebäude geschaffen, welches die übrigen kleinen Siedlungshäuser dominierte und daher als Blick- und Orientierungspunkt diente.

Vor der Volksschule gab es nur für eine kurze Zeit in der Villa Margareta in Reuschenberg eine Notschule.

In der übrigen Zeit gingen die Kinder in die nächstgelegenen Schulen, beispielsweise in die Dreikönigen-Schule, was zweimal täglich einen etwa einstündigen Fußmarsch erforderte.

Am 1. September 1938 wurde die Volksschule eingeweiht und der Schulbetrieb unter Rektor Jockwig aufgenommen. Die Anzahl der Schüler bewegte sich meist zwischen 60 und 70 Schüler/innen pro Klasse, manchmal sogar bis zu 80. Ein Grund für diese Klassenstärke war vermutlich, dass der heute übliche Wechsel auf ein Gymnasium damals eher eine Seltenheit war.

Zur Schule gehörten acht Klassenräume, ein Büro mit einem Lehrerzimmer, einem Schulhof, auf welchem sich auch die Toilette befand, sowie einem großen Keller.

Dieser war als Luftschutzbunker geeignet und wurde auch zu diesem Zweck während des Zweiten Weltkrieges, welcher ein Jahr nach der Eröffnung der Schule begann, benutzt.

Auch die Klassenräume dienten zu dieser Zeit als Militär- und Lebensmittellager.

Der Schulhof war in zwei Ebenen aufgeteilt. Der obere Teil, welcher durch eine angedeutete Hecke abgegrenzt wurde, war für die Mädchen vorgesehen.

Der untere Teil diente als Aufenthaltsort für die Jungen.

Wegen der Evakuierung nach Mitteldeutschland sank während des Krieges die Schülerzahl.

Da es vor allem im letzten Kriegsjahr vermehrt zu Bombenangriffen kam, wurde der Schulbetrieb im Herbst 1944 schließlich ganz eingestellt. Doch weder durch die Bombenangriffe, noch durch die vielseitige Nutzung hat das Innere der Schule Schäden davongetragen. Am 20. August 1945 wurde der Unterricht, wenn auch zögerlich, wieder aufgenommen.

Viele Familien kehrten nach dem Krieg aus der Evakuierung zurück, sodass die Anzahl der Schüler stieg. Am 1. Oktober 1945 besuchten 806 Kinder die Schule.

Obwohl es in den Nachkriegsjahren auf Grund des Mangels an Heizmaterial oft sehr kalt in den Klassenräumen war, war der Beliebtheitsgrad der Schule unter den Schülern hoch.

Grund dafür war, dass es täglich eine warme Suppe zum Mittagessen gab, die trotz ihrer oftmaligen Undefinierbarkeit großen Anklang in der Schülerschaft fand.

Auch beliebt war die Tafel Schokolade, die es einmal im Jahr im Rahmen einer humanitären Hilfe aus Amerika gab, sowie die Bezugsscheine für ein Paar Schuhe, von welchen jedes Jahr fünf Stück pro Klasse an die Bedürftigen verteilt wurden.

In den ersten Jahren besuchten alle Kinder die Volksschule in Reuschenberg. Die Konfession spielte dabei keine Rolle. Im Laufe der Zeit stieg jedoch, auf Grund der Menschen die durch den Krieg aus ihrer Heimat vertrieben wurden und im traditionell katholischen Rheinland Zuflucht suchten, der evangelische Bevölkerungsanteil.

Damit stieg auch gleichzeitig die gesamte Einwohnerzahl, was unter anderem zu einem Mangel an Wohnungen, Nahrung und anderen für den Alltag notwendigen Dingen führte.

Vermutlich stieg auch die Anzahl der Schüler, sodass infolge einer Art Volksbefragung im Rheinland, in der sich die Mehrheit für eine Trennung der Konfessionen aussprach, allgemein die Bekenntnisschulen eingeführt wurden.

Befragt wurden insgesamt 441 Eltern. Davon waren 399 für die Bekenntnisschule, 36 dagegen und 6 blieben ohne Stimmabgabe. Demnach stimmten 90 % dafür.

Zu dieser Zeit betrug die Anzahl der Kinder 538 wovon 57 evangelisch waren. Für die Volksschule in Reuschenberg bedeutete dies die Unbenennung in „Katholische Volksschule Neuss-Reuschenberg“.

Von diesem Zeitpunkt an wurde jedoch lediglich der Religionsunterricht getrennt geführt, da zunächst kein geeigneter Raum für eine evangelische Schule vorhanden war.

Erst im Februar 1949 wurde im nördlichen Teil des Schulhofs ein Gebäude mit drei Klassenzimmern und einem kleinen Flur fertig gestellt, welches die erste Evangelische Schule in Reuschenberg wurde. Ihre Leitung übernahm Herr Menken. Insgesamt wechselten 123 Mädchen und Jungen auf die neue Schule.


 

Richtfest der Reuschenberger Schule.

Quelle: Lev Rüscheberg, S. 34


 

Das Gebäude diente jedoch nur als provisorische Maßnahme. Es wurde wieder abgerissen als im Jahre 1955 der Bau der Albert-Schweizer-Schule beendet wurde. Heute befindet sich hinter diesem Gelände die Turnhalle.

 

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Arbeitsbericht

 

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