Biographie

Die Biographie hinter den Straßennamen

Da es in unserer Arbeit um die sogenannten „Helden“ geht, nach denen die Straßen in Reuschenberg benannt wurden, werden wir uns im folgenden Abschnitt unserer Arbeit mit einigen der Personen im Einzelnen beschäftigen.

Es fällt auf, dass alle Personen nach denen die Straßen benannt wurden, Anhänger des nationalistischen Regimes waren. Zum größten Teil handelte es sich um SA- und SS- Mitglieder, die durch Kommunisten umgekommen waren.

Karl Vobis, ein Widerstandskämpfer der Weimarer Republik und Blutzeuge der nationalsozialistischen Bewegung, war ein freiwilliges Mitglied der SS aus Düsseldorf. Schon im ersten Weltkrieg kämpfte er als Kriegsfreiwilliger für seine Nation und erhielt das Eiserne Kreuz. Nachdem er aus französischer Kriegsgefangenschaft, in der er sich bis 1920 befand, wiederkehrte, schloss er sich der SS an und meldete sich sogar für besonders gefährliche Aufträge.

Karl Vobis gab sich ganz der nationalsozialistischen Ideologie hin. Sein Tod durch einen Überfall von Kommunisten, machte ihn zu einem perfekten Vorbild der Nationalsozialisten und zu einem nationalsozialistischen Musterhelden.

Jodokus Kehrer, war ebenso wie Karl Vobis ein Widerstandskämpfer der Weimarer Republik und Blutzeuge der nationalsozialistischen Bewegung.

Er war Truppenführer der SA und kam ebenso wie Kehrer durch Kommunisten um. Auch er wurde von den Nationalsozialisten als eine Art Märtyrer verehrt.
Ein vergleichbares Schicksal traf Kurt Hilmer, der SS- Scharführer war und durch Gerresheimer Kommunisten vor einer NSDAP- Geschäftsstelle am 20.Juni 1932 ermordet wurde.

Auch Karl Paas war ein Widerstandskämpfer der Weimarer Republik und Blutzeuge der nationalsozialistischen Bewegung. Karl Paas war ebenso Mitglied der SA. Kommunisten demolierten den Wagen der SA-Mitglieder und griffen sie während der Fahrt an. Karl Paas fiel aus dem Wagen und starb ein paar Tage später durch eine Schädelverletzung

Diese Personen wurden unter anderem für die Straßennamen in Reuschenberg ausgewählt. Es wirft sich nun die Frage auf, warum ihnen gerade die Ehre zuteil kommen sollte, auf einem Straßenschild genannt zu werden.

Alle diese Personen wurden von Kommunisten ermordet und waren der SA beziehungsweise der SS angehörig, doch hatten sie dem Kommunismus keinen Widerstand geleistet, was nach nationalsozialistischer Ideologie ein Grund für Anerkennung gewesen wäre. Einzig „heldenhaft“ im Sinne des Nationalsozialismus war der bedingungslose Gehorsam an das Regime und die freiwillige Unterstützung von SA und SS.

Der Überfall durch Kommunisten und der darauf folgende Tod der Anhänger war Grund genug, um sie durch Propaganda als „Helden“ der Nationalsozialisten darzustellen und sie als perfekte Beispiele für Folgsamkeit und Unterstützung des Regimes der Bevölkerung zu präsentieren, obwohl die Attentate reine Zufälle waren.

Es bleibt noch die Frage offen, ob es sich bei diesen Menschen wirklich um Helden handelt. Unter der Berücksichtigung unserer vorangehenden Definitionen von Helden, wird klar, dass dem eindeutig nicht so ist, da keine der Definitionen in irgendeiner Art und Weise mit den Charakterprofilen der „Reuschenberger Helden“ übereinstimmen.

 

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