Untertage in Neusser Abwasserkanäle

Ein Besuch der Neusser Abwasserkanäle

Wir haben uns lange überlegt, wie wir einen persönlichen Eindruck von der Arbeit der Kanalarbeiter bekommen können. Auch wenn wir nicht mehr rekonstruieren können, wie die Arbeit vor 30 oder 40 Jahren war, wollten wir trotzdem mal eine persönliche Erfahrung mit der Arbeit der Kanalarbeiter machen. In einem Gespräch mit Herrn Heiertz bot sich uns die Möglichkeit, dies zu tun.

Also trafen wir uns alle am 28.01.09 in Reuschenberg, um in einen Kanal hinab zu steigen. Doch vorerst plagten uns die verschiedensten Gedanken über Ratten, Dreck, unglaublichen Gestank und Kanäle von nur 50 cm Durchmesser, durch die wir uns robbender Weise hindurch kämpfen müssen. Unsere Situation entspannte sich, als wir erfuhren, dass es sich um einen Regenwasserkanal von 2 m Durchmesser handelte.


Dann ging es auch schon los:

 

Wir zogen uns die vorgegebene Schutzkleidung, bestehend aus einem übergroßen (XXL) Ganzkörperanzug, quietsch-gelben Gummistiefeln, einem Selbstretter, Handschuhen und Helmen und dem sehr wichtigen Sicherungsgeschirr, an dem wir nach und nach in den Kanal abgeseilt wurden.

Vor uns erstreckte sich ein großes, schwarzes Nichts, in dem man die Hand vor Augen nicht sehen konnte.

 

Einer der Mitarbeiter der Stadtwerke Neuss ging voran, wir watschelten ihm hinterher. Abgesehen von der Stimme des Mitarbeiters hörte man das Platschen der Gummistiefel im Wasser und ab und zu ein lautes Grollen. Nachdem wir uns erkundigten, was denn so laute Geräusche macht und erfuhren, dass es sich dabei nur um Autos handelt, die über die Kanaldeckel fuhren, verschwanden die Gedanken von riesigen Wellen, die durch den Kanal auf uns zu rasen, aus unseren Köpfen.


(Bildquelle: Privatarchiv Kahlki. Kurz vor dem Ausstieg)

 

Nach einer langen Wanderung, die kein Ende zu nehmen schien, erblickten wir endlich das Licht am Ende des langen Kanals.

Wir hatten es geschafft, ohne Rattenbisse, Beinbrüche und ansteigende Wassermassen, heil aus dem Kanal heraus zukommen.

Am Ende waren wir uns alle einig, dass dies ein sehr interessanter Ausflug gewesen war und wir einen wertvollen Eindruck in die Welt der Kanalarbeit bekamen. Am 30.1.2009 berichtet die Neuss-Grevenbroicher Zeitung in einem großen Artikel von unserem Ausflug.

 

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