Tutorenbericht

Der Tutorenbericht

Meine 97-jährige Mutter fragt mich fast jeden zweiten Tag:

Wie hältst du das eigentlich mit Schülern aus? Drogen, Alkohol, Schüler schlagen Lehrer - sie macht sich wirklich Sorgen. Ich bin seit 26 Jahren Lehrer und ich bedaure keinen Tag in der Schule.

Ich habe Schüler und Schülerinnen kennen gelernt, die mit großer Begeisterung und großem zeitlichen Engagement Themen bearbeiten, die zunächst mit Schule gar nichts zu tun haben. Und es kommt noch dazu, dass ich sehr viel Latein unterrichte, ein Fach, wo die meisten Leute Gänsehaut bekommen.

Trotzdem erlebe ich immer wieder, dass viele meiner Schülerinnen und Schüler sich für Themen begeistern lassen, die ein großes zeitliches Engagement voraussetzen.

Die vorliegende Wettbewerbsgruppe ist außergewöhnlich. Ihre Mietglieder arbeiten, sie engagieren sich, sie opfern viel ihrer kostbaren Freizeit für ein Thema, dass bei den meisten Leuten zunächst einmal ein Lächeln auslöst, sie schaffen es in erstaunlicher Weise, sich selber aus ihren Tiefs herauszuholen.

Zudem ist dieses Thema überaus schwer zu bearbeiten: Die Quellenlage ist mehr als dürftig, Sekundärliteratur gibt es höchstens zu technischen oder archäologischen Bereichen, Literatur, die die Kanalarbeiter betrifft, ist nicht vorhanden. Ein Zeichen, dass das Interesse an diesem wichtigen Beruf fast gegen Null läuft ?

Gleichwohl gaben die Schülerinnen und Schüler nicht auf!

Das Ergebnis lesen Sie jetzt.

Ich bin stolz, Lehrer solcher Schülerinnen und Schüler zu sein.

 

Einleitung der Arbeit

Nachdem wir uns endgültig entschlossen hatten, am Wettbewerb teilzunehmen, hieß es: eine Gruppe und ein Thema finden. Die ersten drei Mitglieder waren schnell gefunden und wir waren sicher: so ließe sich arbeiten.

Doch nach einem weiteren Treffen mit unserem Tutor Michael Kahlki, bei dem uns verschiedene Themen nahe gelegt wurden, war unsere Themenauswahl zunächst einmal unklar. Außerdem war unsere Gruppe nach diesem Treffen auf sechs Personen erweitert worden.

Dies war zunächst einmal eine ziemlich Herausforderung für uns alle und anfangs etwas problematisch. Unser Lehrer warf die Idee des ‚Kanalarbeiter - alltäglichen Helden’ in die Runde und wir waren alle etwas skeptisch.

Anlässlich des neuen Themas des Geschichtswettbewerbes 2008/09 (Helden- verehrt, verkannt, vergessen) machten wir uns dann vermehrt Gedanken um diesen besagten Heldenbegriff. So sahen wir zum Beispiel auf dem Weg zur Schule, zu Freunden oder einfach zum Einkaufen einige Kanalarbeiten und Spülwagen auf den Straßen. Da dachten wir einmal näher über die Beschäftigung als Kanalarbeiter und seien Job nach.

Wir kamen zu dem Schluss, dass dies sicherlich ein etwas unangenehmer Job sein muss, bei dem einige Leute sicher mehr als nur ‚‚die Nase rümpfen’’ würden. Dennoch kam bei uns wieder die Frage auf, ob wir Kanalarbeiter als Helden des Alltags oder der Arbeit bezeichnen könnten.

Schließlich, da diese Frage für uns nicht recht zu beantworten war, beschlossen wir, genau wegen dieser Unschlüssigkeit, die Kanalarbeiter der Stadt Neuss in den Mittelpunkt unserer Arbeit zu stellen, um diese Frage während der Recherche hoffentlich einigermaßen beantworten zu können.

 

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