Tutorenbericht

"Aller Anfang ist schwer…"

Und manchmal nicht nur der Anfang, möchte man hinzufügen. Die zu Beginn sehr motivierte Gruppe musste sich direkt großen Schwierigkeiten stellen, die auch im Laufe der Zeit nicht nachließen. So schien das Thema „Karlchen“ zunächst sehr viel versprechend, konnte man doch in ihm einen vergessen Helden vermuten.

Auch bot sich durch die Ambivalenz seiner Erscheinung eine gute Möglichkeit, um über Heldentum generell zu spekulieren und zu reflektieren. Schnell tauchten jedoch Schwierigkeiten auf, die im Arbeitsbericht der Gruppe hinlänglich beschrieben wurden.

Als Tutor waren meine Hilfsmöglichkeiten sehr begrenzt, war doch das Problem einer schlechten Quellenlage nicht zu beheben. Da die Gruppe außerdem – besonders durch die Erfahrung im Geschichtswettbewerb, alle Gruppenmitglieder nahmen bereits sehr erfolgreich an früheren Wettbewerben teil – sehr selbstständig arbeitete, beschränkte sich meine Hilfe auf die Beantwortung von Fragen zur Problemstellung, da sich gerade zu Beginn der Erwartungshorizont und das Anliegen an das eigene Thema noch nicht allzu deutlich abzeichneten.

Mit geschärfter Problemstellung stieß die Gruppe dann leider doch oftmals in luftleeren Raum, da sich zu wenige zuverlässige Fakten über Karlchen finden ließen, um fundierte Schlüsse ziehen zu können. So unterstützte ich nach einem „Krisentreffen“ den Vorschlag der Gruppe, den Fokus mehr auf eine allgemeine Reflexion zum Thema Heldentum zu legen, mit dem besonderen Fokus auf den Kenntnissen, die wir über Karlchen immerhin erhalten konnten.

Die vorliegende Arbeit ist das Produkt einer immer motivierten Schülergruppe, die unter erschwerten Bedingungen dennoch den Mut nie verloren hat und mit viel Anstrengungen und unter hoher Frustrationstoleranz schlussendlich ein bemerkenswertes Ergebnis abgeliefert hat:

Den Schülern ist es trotz aller Widrigkeiten gelungen, ein früher stadtbekanntes Neusser Original aus der Vergangenheit erneut in das Bewusstsein der Gegenwart zu bringen und ihn somit – zumindest für kurze Zeit – vor der Vergessenheit zu bewahren, in die er schon zu lange geraten war.



Michael Schmitt

 

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