Quellenlage

Die Quellenlage

Zunächst dachten wir, dass uns die Quellenlage trotz unbekannten Namens (wir kannten nur den Spitznamen „Karlchen“) wenig Sorgen bereiten würde, da wir davon ausgingen, dass sich noch viele Neusser an Karlchen, der seiner Zeit stadtbekannt war, erinnern würden.

Bei ersten spontanen Anfragen bei alten Schützen wurde uns dies bestätigt. Das Schützenfest, mit dem Karlchen in enger Verbindung steht, ist für einen jeden Neusser von großer Bedeutung.

Und es wurden auch im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Quellen über das Neusser Bürgerschützenwesen gesammelt und archiviert. So bringt beispielsweise die Neuss- Grevenbroicher Zeitung jedes Jahr zum Schützenfest im August eine umfangreiche Sonderausgabe unter dem Titel „Schützenfest“ heraus.

Aus diesen Gründen gingen wir sehr optimistisch an unsere diesjährige Arbeit heran.

Als erstes kontaktierten wir das Schützenmuseum und trafen dort auf Peter Albrecht, einen ehrenamtlichen Mitarbeiter des Museums, der damals in Karlchens Nachbarschaft wohnte und uns so Karlchens Familienamen nennen konnte. Daraufhin konnten wir uns auf die Suche nach schriftlichen Quellen begeben.

Im Stadtarchiv wurden wir fündig: Wir stießen in der alten Einwohnermeldeamtskartei auf Carl Kirchhoffs Karteikarte.

Daraufhin begannen wir, die Sonderausgaben zum Schützenfest der Neuss- Grevenbroicher Zeitung beginnend mit dem Jahre 1950 bis 1960 zu durchforsten. Doch auf den auf Mikrofilm gebannten Seiten fand sich nicht ein einziger Hinweis auf Karlchen und sein Wirken.

Auch die durch die Zeitungsartikel erhofften Bildquellen blieben aus, da es abgesehen von Pressebildern quasi unmöglich ist, an private Bilder zu kommen. Einen weiteren Dämpfer unserer Quellensuche wurde durch eine längere Krankheit Peter Albrechts verursacht.

Eine CD mit Bildquellen, die Albrecht zusammenstellen wollte, konnte somit nicht in unsere Arbeit einbezogen werden. Trotzdem durchforsteten wir die Bildarchive des Neusser Stadtarchivs, so wie die des Neusser Reitercorps.

Da wir das Thema nicht fallen lassen wollten, fingen wir an, uns weitere Zeitzeugen zu suchen. Doch dies erwies sich als äußerst problematisch.
.
In Frage kamen für uns zunächst alte Schützen, da diese einen direkten Bezug oder gegebenenfalls Kontakt zu Carl Heinrich hatten. Uns fiel auf, dass die heutige jüngere Generation nichts über Karlchen wusste. Die älteren Schützen ließen sich in drei Kategorien einteilen:

Die erste, zahlenmäßig am größte Gruppe, konnte mit dem Namen „Karlchen“ auch nichts anfangen. Die zweite Gruppe kannte Karlchen nur dem Namen nach. Von daher fielen auch diese aus unserer potentiellen Zeugengruppe.

Die letzte, für uns eigentlich interessante Gruppe von Menschen, die mehr als nur den Namen „Karlchen“ kannten, setzt sich jedoch aus sehr wenigen Personen zusammen. Der einzige Schütze, den wir aus dieser Gruppe gefunden hatten, war nur Peter Albrecht.

Nachdem unser Versuch bei den Schützen selbst gescheitert war, wagten wir den Versuch, in der Öffentlichkeit nach Zeitzeugen zu suchen. Unseren ersten Versuch starteten wir am Tag der offenen Tür unserer Schule, dem Marie-Curie-Gymnasium. Hier sprachen wir die Eltern der Besucher an, stellten unsere bisherigen Recherchen vor und interviewten viele zu Karlchen. Doch auch hier gab es, fast schon wie erwartet, kein Ergebnis.

Also hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt immer noch nur die Zeitzeugenaussage Peter Albrechts. Wir hatten es zu diesem Zeitpunkt leider verpasst, ein Angebot von Herrn Dr. Metzdorf anzunehmen, der uns einen Kontakt zur NGZ hätte vermitteln können.

Hierdurch hätten wir eine Anzeige in der NGZ schalten lassen können, in der wir nach Zeitzeugen gesucht hätten. Da wir zu diesem Zeitpunkt jedoch davon ausgegangen waren, dass wir eine gute Zeitzeugenbasis hätten, haben wir dieses Angebot nicht genutzt.

Nach langen Gesprächen entschieden wir uns dazu, einmal in der LVR-Klinik in Bedburg-Hau nachzufragen, da wir der Einwohnermeldekartei entnommen hatten, dass Carl hier lange Zeit stationär behandelt worden war. Also wandten wir uns an die Klinik mit der Bitte, die Akten einsehen zu dürfen.

Dies setzte aber eine Beglaubigung unserer Tätigkeit voraus. So schalteten wir unseren Lehrer Herrn Schmitt ein, da wir diese Akten nur mit einem Stempel der Schulverwaltung und einer Beglaubigung einsehen konnten. Leider konnte unser Vorhaben aufgrund organisatorischer Probleme seitens der Schule nicht umgesetzt werden.

Nach diesem weiteren Tiefschlag für unsere Arbeit fingen wir quasi wieder bei Null an und suchten erneut weitere Zeitzeugen. Durch Zufall stießen wir im Bekanntenkreis auf Ingeborg Becker, die für uns eine weitere wichtige Zeugin darstellte. Sie lieferte uns weitere wichtige Hinweise.

Letztendlich stützen sich unsere Informationen auf ein Foto, eine Karteikarte und zwei ernst zu nehmende Zeugen.

 

nach oben

 

Danksagung

 

Diese Seite drucken