Sind die Schwestern Heldinnen?

Sind die Schwestern Heldinnen?

Wir sitzen bei unserem Tutor und erstellen das Layout unserer Arbeit. Alles ist eingefügt, alles formatiert aber eine Frage, wohl die Wichtigste, bleibt offen: Sind die Schwestern Heldinnen?

Alisha:

Wenn ich an meine Heldendefinition denke, und meine Kriterien bedenke kann ich sehr eindeutig sagen, dass ich die Augustinerinnen sehr wohl als Heldinnen bezeichnen möchte. Das ist für mich sehr einfach zu begründen: Wer zur heutigen Zeit seinem Glauben und sich selbst so treu ist, sein ganzes Leben nach strengen Regeln führt und keine Mühen scheut anderen zu helfen und sich selbst hinten anzustellen, ist auf jeden Fall eine Seltenheit.

Sie tun es nicht für Ruhm, sind sogar sehr bescheiden, verlangen keine Gegenleistung und leben bei all ihrer Disziplin und Arbeit ohne eigenes Einkommen. Allein die Ausstrahlung der Schwestern die ich kennenlernen durfte ist so beeindruckend, dass man auch Stunden danach nicht von ihnen loskommt.

Ihr Herz hat für sie entschieden dieses Leben zu ergreifen und nicht die finanzielle Lage. Auch wenn sie selber es nie von sich behaupten würden, ist ihr Heldentum für mich mehr als offensichtlich und ich bin wirklich froh, dass ich diese Frauen und ihre Geschichte kennengelernt habe.

Carina:

Da für mich, wie gesagt, Menschen Helden sind, die sich selber aufopfern. um anderen etwas Gutes zu tun, kann ich sagen, dass die Augustinerinnen, vor allem Schwester Maria Goretti die wir persönlich kennen lernen durften, Heldinnen sind.

Ich habe im letzten halben Jahr so viel über die Schwestern herausgefunden, dass ich auch teilweise begeistert bin, von den Dingen. die sie gemacht haben und ich glaube. sie haben auch noch viele andere tolle Sachen gemacht, die man nicht nachlesen kann oder die Schwestern wie immer zu bescheiden sind. um von ihnen zu erzählen.

Am Anfang der Arbeit wusste ich fast nichts über Orden. Natürlich weiß man, dass er existiert und ich fahre jeden Tag mindestens einmal an dem Kloster vorbei, doch ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht. Jetzt wo ich mehr weiß, denke ich. während ich vorbeifahre, was die Schwester wohl gerade tun oder wie es den schwer kranken Menschen in dem Hospiz wohl geht.

Die Schwester strahlen so viel Liebe und Güte aus, von der man direkt angesteckt wird. Sie sehen stets das Gute in allem und haben keine Vorurteile. Schwester Maria Goretti kümmert sich so fürsorglich um die kranken Menschen. Ich selber könnte gar nicht Tag für Tag von sterbenden Menschen umgeben sein und mich so gut um sie kümmern.

Ich bewundere Schwester Maria Goretti sehr für ihre Arbeit und dafür, dass sie jeden Tag neue Kraft schöpft und weiter die Menschen an ihren letzten Tagen begleitet.

Außerdem bewundere ich auch die anderen Schwestern, die immer so einen starken Glauben zu Gott haben und der sie stärkt all diese Dinge zu tun.

Ich finde es sehr schade, dass dieser Orden nicht mehr viel Zukunft hat, denn der Altersdurchschnitt steigt immer mehr. Ich selber könnte. glaube ich. nicht ins Kloster gehen, doch ich hoffe, dass der Orden wieder Zuwachs bekommt, da die Schwestern so vielen Menschen helfen und das soll nicht aufhören.

Julia:

Jetzt stelle ich mir die letzte aller Fragen: Sind die Augustinerinnen nun Heldinnen oder nicht? Die ganze Arbeit der letzten sechs Monate läuft genau auf diese eine Frage hinaus.

Wenn ich mir dann meine persönliche Heldeneinschätzung anschaue, muss ich sehr wohl sagen, dass ich finde, dass die Augustinerinnen wahre Heldinnen sind. Sie riskieren alles, um anderen Menschen helfen zu können.

Sie denken nicht viel darüber nach, wie ihre Taten ihre Zukunft beeinträchtigen können. Sie sind immer für Jemanden da. Die Schwestern besitzen nicht die Superkräfte die Helden, wie Batman und Superman, besitzen, aber die besitzen die Kraft, Menschen zu zeigen was richtig ist und sie zu fesseln mit all ihren Erzählungen über gute Taten.

Sie handeln nicht wie 80% der Bevölkerung, weil es wo möglicherweise dann richtig ist, wenn es so viele tun, sie handeln ohne darauf zu achten ob dann ein schlechtes Bild von ihnen entsteht.

Kaum jemand kennt die Augustinerinnen und kaum jemand weiß, was sie schon alles für Erfahrungen gesammelt haben und was sie alles für jeden von uns tun. Sie sind unbekannte Heldinnen, was sie aber nicht stört.

Sie sind nicht Helden, damit sie anerkannt werden und ihnen Ruhm und Reichtum zusteht. Sie sind Helden, weil sie alles nur „ aus Liebe zur Menschheit“ tun.

Das alles schaffen sie, weil sie ein unglaublich großes Gottvertrauen an den Tag bringen. Sie fühlen sich Gott immer nah, und wissen, dass er für alle Menschen da ist. Sie zweifeln keine Sekunde an ihm. Jeder Mensch hat mal einen Durchhänger, er hat keine Lust irgendetwas zu tun, meldet sich für ein paar Tage krank und entspannt sich mal völlig.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Augustinerinnen jemals einen Durchhänger oder ähnliches hatten, sie tun immer alles, was in ihrer Macht steht und kämpfen für das Wohlergehen anderer.

Agathe:

Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich am Anfang der Arbeit gedacht, nein die Augustinerinnen sind keine Heldinnen. Sie machen ihre Arbeit genau wie alle andern Menschen auch, was soll daran schon Heldenhaft sein?!

Doch der Punkt ist, wie sie ihre Arbeit vollbringen. Sie sind mit ganzem Herzen dabei. Sie geben sich ihrer Arbeit voll und ganz hin. Dank dem Geschichtswettbewerb habe ich erkannt, dass die Neusser Augustinerinnen wahre Heldinnen sind. Jede einzelne Schwester ist eine Heldin und jede der Schwestern leistet besondere Arbeit.

Zum Beispiel Schwester Maria Goretti; sie arbeitet jeden Tag mit Menschen, die im Sterben liegen oder schwer krank sind. Sie wird jeden Tag mit dem Tod konfrontiert. Viele andere Menschen würden so etwas nicht aushalten ohne irgendwelche Auswirkungen!

Doch die Schwestern meistern auch solche schwierigen Aufgaben makellos. Selbst in herausfordernden Situationen geben sie ihr bestes und strahlen eine besondere Energie aus, die uns Menschen selbst unsere letzen Tage zu den schönsten unseres Lebens machen kann.

Dabei spielt der Glaube natürlich eine sehr wichtige Rolle, genau so wie die Menschenkenntnis. Der starke Glaube an Gott gibt den Schwestern jeden Tag neue Kraft ihre Arbeit zu vollbringen, und die besondere Empathie hilft den Augustinerinnen sie zu verstehen und ihnen zu helfen.

Meiner Meinung nach sind die Augustinerinnen wahre Heldinnen, nicht nur weil sie sich ihrer Arbeit völlig hingeben, sondern auch weil sie selbstlos für andere Menschen einstehen. Sie geben alles was sie haben, an ihre Mitmenschen weiter. Sie helfen Menschen, ohne darauf zu achten, wer sie sind und woher sie kommen.

Die Schwestern verlangen kein Geld dafür, sie helfen einfach jedem ohne eine Sekunde lang zu überlegen. Theoretisch könnte man sie mit Krankenschwestern vergleichen, doch diese werden für ihre Arbeit bezahlt.

Die Neusser Augustinerinnen jedoch nicht. Das ist unter anderem auch heldenhaft, etwas zu tun ohne eine materielle Gegenleistung zu erwarten, ohne darauf zu warten, besonders dafür gelobt oder gefeiert zu werden. Das sind wahre Helden, die einfach das machen was richtig ist.

Sie tun es nicht um in Zeitungen oder Filmen vorzukommen, sie tun es nicht um auf Cornflakespackungen abgebildet zu werden oder um für irgendeinen Preis nominiert zu werden.


Sie tun es einfach aus Liebe zum Menschen!

 

Literaturverzeichnis

Kreiner, Karl Geschichte der Augustinerinnen Karl, Neuss 1985

Augustinerinnen Mutterhaus in Neuss (Herausgegeben aus Anlass des 100. Todestages von Mutter Johanna Etienne)

Internet Homepage der Augustinerinnen www.neusser-augustinerinnen.de

Novaesium, Neusser Jahrbuch für Kunst Kultur und Geschichte Kirchenzeitung des Erzbistums Köln Köln 28/04 9.Juli 2004 Augustinus-Kliniken GmbH

 

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